Strategischer Geschäftsplan

Die Frage kommt in fast jedem Erstgespräch: Lohnt sich eine Holding für mich? Die ehrliche Antwort lautet, es kommt darauf an. Aber die Schwelle liegt niedriger, als die meisten denken.

Worum es eigentlich geht

Eine Holding ist keine Steuersparkonstruktion, sondern eine Frage der Gewinnverwendung. Sie wird interessant, sobald du Gewinne nicht vollständig privat entnimmst, sondern wieder investieren willst. Genau das ist bei den meisten wachsenden Unternehmen der Fall.

Die Rechnung

Nimm eine GmbH mit 200.000 Euro Jahresgewinn. Schüttest du diesen Gewinn ins Privatvermögen aus, fallen Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag an. Es bleiben rund 147.000 Euro.

Fließt derselbe Gewinn stattdessen an eine Holding, sind 95 Prozent der Ausschüttung körperschaftsteuerfrei. Es bleiben rund 197.000 Euro, die weiter arbeiten können.

Der Unterschied von rund 50.000 Euro ist kein einmaliger Effekt. Über mehrere Jahre mit Wiederanlage verstärkt er sich, weil auf den einbehaltenen Betrag erneut Rendite anfällt.

Ab wann es sich rechnet

Eine Holdingstruktur verursacht laufende Kosten: zwei Jahresabschlüsse, zwei Steuererklärungen, mehr Verwaltung. Nach unserer Erfahrung trägt sich das ab etwa 50.000 Euro Jahresgewinn, den du nicht privat brauchst. Darunter überwiegt in der Regel der Aufwand.

Wann eine Holding nicht passt

Wenn du den Gewinn vollständig für deinen Lebensunterhalt brauchst, bringt die Struktur wenig. Auch bei geplantem Wegzug ins Ausland oder bei einem Verkauf in den nächsten zwei Jahren gelten besondere Regeln, die vorher geprüft gehören.

Was in deinem Fall sinnvoll ist, klären wir gemeinsam mit deinem Steuerberater. Wir zeigen die Optionen, die Umsetzung gehört in fachkundige Hände.